Vortrag: Estland und das Baltikum in der deutschen Außenpolitik zwischen den beiden Weltkriegen

PRÄSENZ- UND ONLINEVORTRAG am Mittwoch, dem 22.  September 2021, um 18:00 Uhr in der Botschaft der Republik Estland, Hildebrandstr. 5, 10785 Berlin. Den Vortrag hält auf Deutsch: Dr. David FEEST, wiss. Mitarbeiter, Nordost-Institut.

Zum Thema: Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete für die deutsche Reichspolitik auch ein Ende ihrer Annexionspläne im Baltikum. Statt dessen musste sie sich von nun an mit Nationalstaaten auseinandersetzen, deren Existenz sie noch kurz zuvor kaum für möglich gehalten hätte.

Der Vortrag zeichnet nach, wie sich das deutsch-estnische Verhältnis zwischen den Kriegen entwickelte. Auf der einen Seite wird untersucht, welche Rolle ein kleines Land wie Estland in einer Situation spielen konnte, in dem sich die beiden Außenseiter Deutschland und Sowjetrussland einander annäherten. Welche Bedeutung hatten geostrategische Interessen, wie wichtig waren wirtschaftliche Erwägungen? Auf der anderen Seite geht es um die Ver¬echtungsgeschichte der beiden Länder. Hier interessiert besonders die Frage, ab wann die deutsche Außenpolitik versuchte, auch die deutschbaltische Minderheit in Estland für ihre Ziele nutzbar zu machen, und in welcher Form dies geschah. Zuletzt wird der Charakter der estnisch-deutschen Beziehung während der Herrschaft des Nationalsozialismus untersucht. Wo bedeutete die Politik der Nationalsozialisten gegenüber den baltischen Republiken eine Abkehr vom Kurs der Weimarer Republik? Und welche konkreten Folgen hatte dies für Estland bis zur Katastrophe des Hitler-Stalin-Paktes?

Der Forschungsschwerpunkt des deutschen Historikers David Feest liegt auf der Geschichte des Baltikums, insbesondere aber Estlands, sowie auf Problemen im Zusammenhang mit der Geschichte der UdSSR und des Russischen Reiches. Er hat osteuropäische Geschichte, Philosophie und neuere Geschichte an den Universitäten Göttingen und Tartu studiert. Seine Doktorarbeit verteidigte er 2015 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort und an der Universität Göttingen war David Feest als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, seit 2014 arbeitet er am Nordost-Institut (IKGN e.V.) in Lüneburg. Er hat zahlreiche Stipendien und historische Preise gewonnen. Darüber hinaus ist er Mitglied mehrerer geschichtswissenschaftlicher Vereinigungen, unter anderem ist er Vorstandsmitglied des Verbands der Osteuropahistorikerinnen und -historiker und der Baltischen Historischen Kommission. David Feest hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel sowie zwei Monografien verfasst. Letzteres betraf die Organisation der Bauernschaft des Russischen Reiches im 19. Jahrhundert und trägt den Titel „Ordnung schaffen. Bäuerliche Selbstverwaltungen und Obrigkeit im ausgehenden Zarenreich (1834–1889).“

ANMELDUNG PER E-MAIL bis zum 20.09.2021: embassy.berlin@mfa.ee

Bitte geben Sie an, ob Sie in die Botschaft kommen wollen oder online an der Veranstaltung teilnehmen werden, damit wir Ihnen die Zoom-Zugangsdaten zukommen lassen können.

Wenn Sie in die Botschaft kommen, bringen Sie bitte einen Lichtbildausweis mit. Die Veranstaltung in der Botschaft findet unter Beachtung geltender Abstands- und Hygiene-Auflagen statt. Bitte seien Sie bereit, ein tagesaktuelles negatives Covid-19-Schnelltestergebnis oder einen Impfausweis vorzuzeigen.