VORTRAG „Mein Leben… im Labyrinth der Geschichte“ am 18.01.2022

Der angekündigte Vortrag zum Thema „Mein Leben… im Labyrinth der Geschichte: Zweiter Weltkrieg in estnischen Biografien“ von Frau Dr. Kirss heute, am 13. Dezember 2021, um 18.00 Uhr, findet nicht statt. Die Veranstaltung wird auf den 18. Januar 2022, um 18:00 Uhr, verschoben.

Zum Vortrag:

Von den 1990er Jahren bis heute wurden von Gedächtnisinstitutionen in Estland Kampagnen zur Sammlung von Lebensgeschichten durchgeführt, die zu mehreren umfassenden Veröffentlichungen und vielen interessanten Forschungsergebnissen führten. Der Fokus der  Forschungskampagnen lag auf der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, obwohl in den letzten zehn Jahren ein Generationswechsel zu verzeichnen ist. Dieser Vortrag konzentriert sich auf drei veröffentlichte Studien, behandelt vor allem die Erinnerung an die deutsche Besatzung in estnischen Lebensgeschichten und betrachtet komplexer die Fragen der Funktion von Biografien und Lebensgeschichten als Forschungsquellen, im öffentlichen Diskurs, im institutionalisierten Gedächtnis und internationalen Beziehungen.

Tiina Ann Kirss promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universität  Michigan (Ann Arbor). Seit 2006 lebt, forscht und lehrt sie in Estland, als Professorin für estnische Literatur an der Universität Tartu und als Professorin für Kulturtheorie an der Universität Tallinn. Derzeit ist sie an der Universität Tartu und am Estnischen Literaturmuseum tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören der europäische historische Roman, Lebensgeschichten und autobiografische Quellen sowie Tagebücher und Korrespondenzen; Traumastudien, Frauen- und Geschlechterstudien.

MIT VORHERIGER ANMELDUNG PER E-MAIL: embassy.berlin@mfa.ee

Kurze Information zur Vortragsreihe:

Am 9. Juni 1921 wurde Estland von Deutschland de jure als souveräner Staat anerkannt. Bereits in den Jahrhunderten davor verband die estnische und die deutsche Kultur ein enges und vielfältiges Geflecht von Beziehungen, die ihre Spuren auch in den zwischenstaatlichen Beziehungen hinterließen. Das 20. Jahrhundert bedeutete für beide Seiten eine Zeit der großen Konflikte, des Lernens, aber auch des Zusammenwachsens und der außergewöhnlich schnellen Entwicklung. So wie dieses historische Erbe im Laufe der Zeit immer wieder neu interpretiert wurde und andere Bedeutungsnuancen erhielt, kamen auch den deutsch-estnischen Beziehungen neue Schattierungen hinzu.

Die Botschaft der Republik Estland in Berlin lädt Sie herzlich zu einer Vortragsreihe ein, die dem 100. Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Estland und Deutschland gewidmet ist. Die Vortragsreihe wird Ihnen einen Überblick über die Berührungspunkte zwischen den beiden Ländern in den letzten 100 Jahren geben. Neben der Analyse der politischen und der diplomatischen Beziehungen werden die Themen der kulturhistorischen Entwicklung, der Geschichte sowie des alltäglichen Lebens behandelt.

Jeder, der sich für die Geschichte Estlands und Deutschlands, aber auch für die Geschichte Europas im Allgemeinen interessiert, ist herzlich willkommen an den Vorträgen teilzunehmen. Durch die Vorträge wird sich Ihnen ein umfassendes Bild des Umfelds eröffnen, in dem sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Estland und Deutschland entwickelt haben, auf welcher Grundlage sie entstanden sind und von welchen Prozessen und Faktoren sie beeinflusst wurden.

Die Vorträge werden virtuell per Zoom oder wenn die Umstände es zulassen, in der estnischen Botschaft in Berlin (Hildebrandstraße 5) stattfinden. Auch im Falle einer physischen Veranstaltung werden wir die Möglichkeit bieten, dem Vortrag virtuell zu folgen. Vor jedem Vortrag werden Sie detailliertere Infos sowie die Einwahldaten bekommen.

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