Die estnische Botschaft in Berlin freut sich, Sie zum Vortrag „Die internationale Anerkennung und die Außenpolitik Estlands zwischen den beiden Weltkriegen“ am Donnerstag, den 8. Juli 2021, um 18.00 Uhr, einzuladen.
Der Vortrag wird von Dr. Eero Medijainen, Professor für neuere Geschichte, Universität Tartu, gehalten. Den Vortrag kommentiert Dr. David Feest, wiss. Mitarbeiter, Nordost-Institut.
Grusswort: Alar Streimann, estnischer Botschafter in Deutschland
Der Vortrag wird per Zoom stattfinden. Die Teilnahme ist sowohl über die App als auch über Ihren Internet-Browser möglich. Um eine Zoom-Einladung zu erhalten, registrieren Sie sich bitte bis zum 5. Juli per E-Mail: [email protected]. Der Vortrag wird auf Estnisch gehalten und simultan übersetzt. Der Vortrag wird aufgezeichnet.
Die internationale Anerkennung und die Außenpolitik Estlands zwischen den beiden Weltkriegen
Der Vortrag befasst sich mit der Thematik der internationalen Anerkennung Estlands nach der Erklärung der Unabhängigkeit am 24. Februar 1918. Behandelt werden die Fragen, mit denen sich sowohl die erste estnische Auslandsdelegation, die vor der Erklärung der Unabhängigkeit nach internationaler Unterstützung suchte, als auch die späteren Vertreter Estlands haben auseinandersetzen müssen. Von entscheidender Bedeutung war alles, was an den Fronten des estnischen Freiheitskrieges 1918-1920 und während den Tartuer Friedensverhandlungen geschah. Der am 2. Februar 1920 zwischen Sowjetrußland und der Republik Estland geschlossene Friedensvertrag von Tartu war der erste internationale Vertrag für die Republik Estland, der auch die erste Anerkennung der estnischen nationalen Unabhängigkeit durch einen ausländischen Staat bedeutete. Wie hat es der junge estnische Staat geschafft, die Anerkennung der Westalliierten, der skandinavischen Länder und Deutschlands zu bekommen? Vor welche Probleme wurden die in Berlin eingetroffenen estnischen Vertreter gestellt? Welche Schlüsselfiguren gab es? Wie sah Estlands Außenpolitik in der Zwischenkriegszeit aus, in welchen Einflussbereichen und in welcher manchmal recht unübersichtlichen Lage hat Estland sich bewegen müssen? Wie haben sich die Beziehungen Estlands zu Deutschland in den Jahren 1920-1930 entwickelt?
Der estnische Historiker Eero Medijainen ist Professor für neuere Geschichte an der Universität Tartu. Zu seinen Forschungsthemen gehören die internationalen Beziehungen des 20. Jahrhunderts, die Geschichte der Diplomatie, das Verhältnis von Geschichte und Politik sowie der estnische Auswärtige Dienst. Professor Medijainen schloss 1983 sein Studium an der Universität Tartu ab, wo er auch 1997 in Philosophie promovierte. Er ist unter anderem Mitglied der Historikerkommission Lettlands beim Staatspräsidenten, Mitglied des Redaktionskollegiums mehrerer historischer Zeitschriften, Vorstandsmitglied der Estnischen Diplomatenschule und Vorsitzender der Jury des Wettbewerbs Geschichtsforschung, der vom estnischen Präsidenten, dem Verband estnischer Geschichtslehrer und der Körber-Stiftung unterstützt wird. Prof. Medijainen hat Forschungsarbeiten vieler Studenten auf verschiedenen Bildungsstufen betreut. Er ist mit mehreren Forschungspreisen ausgezeichnet worden und im Jahr 2001 verlieh ihm der estnische Präsident den Orden des weißen Sterns.
Aus seiner Feder stammen mehrere Monografien, Lehrbücher und Forschungsartikel. Das von ihm verfasste „Schicksal des Gesandten“, zu dessen Gegenstand die Entstehungsgeschichte des estnischen Außenministeriums und der Botschaften zwischen den Weltkriegen gehört, zählt heute zum Standardwerk für estnische Geschichtsstudenten und Diplomaten.
Der Forschungsschwerpunkt des deutschen Historikers David Feest liegt auf der Geschichte der baltischen Region, unter besonderer Berücksichtigung Estlands, sowie auf den Kernpunkten der Geschichte der UdSSR und des Russischen Zarenreichs.
David Feest studierte Osteuropäische Geschichte, Philosophie und neuere Geschichte an der Universität Göttingen und Tartu. Er habilitierte 2015 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er forschte an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Göttingen. Seit 2014 ist er am Nordost-Institut an der Universität Hamburg mit Sitz in Lüneburg tätig. An David Feest wurden mehrere Stipendien und Geschichtspreise verliehen.
Darüber hinaus ist er Mitglied mehrerer geschichtswissenschaftlicher Vereinigungen, unter anderem Vorstandsmitglied der Baltischen Historischen Kommission. Aus seiner Feder stammen zahlreiche wissenschaftliche Artikel sowie zwei Monografien. In der letzten Monografie mit dem Titel „Ordnung schaffen. Bäuerliche Selbstverwaltungen und Obrigkeit im ausgehenden Zarenreich (1834–1889)“ behandelte er die Organisation der Bauernschaft im russischen Zarenreich im 19. Jahrhundert.

