Vorstellung der Inter-Asso-Dokumentation in der Botschaft, 11.02.20

Die Botschaft der Republik Estland und die Internationale Assoziation ehemaliger politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus e.V.  (Inter-Asso) laden ein zur Vorstellung der Dokumentation „Damit die Stimmen der Opfer nicht verhallen“ am 11. Februar 2020, 19:00 Uhr, Botschaft der Republik Estland, Hildebrandstr. 5, 10785 Berlin.

Vor mehr als 30 Jahren ist der Kommunismus zusammengebrochen, er hat von Russland bis Kambodscha, von den baltischen Staaten bis zur Adria Millionen von Toten und geschundenen Menschen hinterlassen. Darauf glaubten die Meisten, dass ihnen nunmehr Gerechtigkeit zuteilwerden würde oder  zumindest, dass ihre Leiden öffentlich anerkannt und gewürdigt werden. Die Wege dahin sind aber sehr viel steiniger, als die meisten es für möglich gehalten haben.

Die Aufarbeitung kommunistischer Verbrechen und die Forderungen der Opfer nach juristischer und moralischer Rehabilitierung fördert seit 1991 die Internationale Assoziation ehemaliger politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus e.V. (Inter-Asso) mit ihren  13  europäischen Opferverbänden. Sie veranstaltet alle zwei Jahre einen Kongress, bei dem Erfahrungen ausgetauscht, Resolutionen verabschiedet und Strategien für die Zukunft besprochen werden.

Die wichtigsten Dokumente von 22 Kongressen der Inter-Asso sind nunmehr in der  Dokumentation „Damit die Stimmen der Opfer nicht verhallen“

zusammengefasst worden. Dieses Buch legt Zeugnis ab von Erfolgen des Wirkens der europäischen Opferverbände, weist aber auch auf Probleme hin, mit denen sich die ehemaligen politisch Verfolgten konfrontiert sehen. Am 11. Februar soll diese Dokumentation einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. In einer anschließenden Podiumsdiskussion werden besondere Probleme bei der Aufarbeitung des Kommunismus diskutiert.

Programm der Veranstaltung:

Begrüßung

Alar Streimann, Botschafter der Republik Estland in der Bundesrepublik Deutschland

Einführung und Vorstellung des Buches „Damit die Stimmen der Opfer nicht verhallen“

Dr. Wolfgang-Christian Fuchs, Präsident der Internationalen Assoziation ehemaliger politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus e.V.

Grußwort

Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

 

Bei der Podiumsdiskussion geht es um die folgenden Fragen:

  • Wie sind die Perspektiven für die künftige Arbeit der Inter-Asso und anderer Vereinigungen, die sich mit der Aufarbeitung des Kommunismus beschäftigen?
  • Warum wurden die Verbrechen kommunistischer Diktaturen bisher nur sehr mangelhaft aufgearbeitet (auch, warum dauert die Aufarbeitung kommu-nistischer Verbrechen noch länger als die Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen in Deutschland?)
  • Wie lässt sich die kritikwürdige soziale Lage politisch Verfolgter in der Gegenwart verbessern?

Außerdem soll über das aktuelle deutsche Projekt „Daten politischer Verfolgung“ informiert werden.

Toomas Hiio, Forschungsleiter an dem Estnischen Institut für das Historische Gedächtnis und Vorstandsmitglied der Plattform für das Gedächtnis und das Gewissen Europas

Christoph Schaefgen, Generalstaatsanwalt a.D., Experte zum Thema Ahndung kommunistischer Diktaturverbrechen in Europa

Melanie Dore, Ausstellungskoordinatorin, früher wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Forschungsprojekt „Zivilcourage würdigen. Zur Lage der Opfer des Kommunismus in Europa“

Dr. Stefan Donth, Leiter Forschung, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, zum Projekt „Daten politischer Verfolgung“ (Erstellung einer Datenbank über in SBZ/DDR aus politischen Gründen Inhaftierte)

Moderation: Dr. Jan Philipp Wölbern, Konrad-Adenauer-Stiftung

Anschließend Fortsetzung der Diskussion bei einem kleinen Imbiss.

 

 

 

 

Die Veranstaltung wird teilweise gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung der SED-Diktatur.