Themenabend: 100. Jahrestag der Schlacht von Wenden

Themenabend:

100. Jahrestag der Schlacht von Wenden/Võnnu/Cēsis: Ein Wendepunkt im baltischen Freiheitskrieg: Hintergrund, Verlauf, Konsequenzen

am Dienstag, dem 18. Juni 2019, um 18.00 Uhr,

Ort: Estnische Botschaft, Hildebrandstr. 5, 10785 Berlin.

Am Abend des 23. Juni werden in Estland Feuer angezündet und man versammelt sich zum größten Volksfest des Jahres – zum Johannisfeuer. Seit den 1930er Jahren wird am 23. Juni als staatlicher Feiertag das estnische Siegesfest gefeiert. Während der sowjetischen Besatzung wurde das Begehen des Siegesfestes verboten, aber mit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit zu Beginn der 1990er Jahre wurde auch die Tradition des Siegesfestes wiederbelebt. Es finden Paraden und Gedenkgottesdienste statt, es werden Reden gehalten, in denen der hohe Preis des Selbst-Seins und der schwer erkämpften Freiheit betont werden.

Am 23. Juni 1919 fand in Lettland zwischen der estnischen Volksarmee, der deutschbaltischen Landeswehr und der Eisernen Division des deutschen Freikorps die Schlacht von Wenden (Võnnu, Cēsis) statt. Dem Sieg der estnischen und lettischen Truppen wurde eine große symbolische Bedeutung beigemessen, obwohl es sich nur um eine Episode im mehrwöchigen bewaffneten Konflikt zwischen den estnischen und deutschen Freikorps- und deutschbaltischen Landeswehrtruppen im Sommer 1919 handelte, der seinerseits nur ein Kapitel des in den Jahren 1918-1920 dauernden Freiheitskrieges war, in dem Estland in erster Linie gegen Sowjetrussland und seine Rote Armee kämpfte.

Aber was steckt hinter dem estnischen Siegesfest? Warum wird in Estland gerade der Jahrestag der Schlacht von Wenden (Võnnu) als Siegesfest begangen? Welche Ereignisse gingen der Schlacht von Wenden voraus? Wie verlief die Schlacht selbst und welche Bedeutung besitzt die Schlacht von Wenden im Konflikt des Sommers 1919 und im gesamten estnischen Freiheitskrieg in einem breiteren Kontext? Welche Rolle spielte die Schlacht von Wenden bei der Erlangung der Unabhängigkeit Lettlands sowie bei dessen Bestrebungen nach der Freiheit? Wie werden die Schlacht von Wenden und der Landeswehrkrieg in der deutschen Geschichtsschreibung dargestellt?

An diesem Themenabend sind wir mit den Historikern aus Deutschland und Estland auf der Suche nach den Antworten auf diese spannenden und vom Standpunkt der gemeinsamen estnisch-deutsch-lettischen Geschichte wichtigen Fragen.

Programm:

Moderation des Abends:

PD Dr. David Feest, Nordost-Institut, Vorstandsmitglied der Baltischen Historischen Kommission

18:00 – Begrüßung: Mart Laanemäe, Botschafter der Republik Estland in Deutschland

18:05 – Kurzbeitrag „Vorgeschichte der Schlacht von Wenden, deren Verlauf und Bedeutung in der estnischen Geschichtsschreibung“: Toomas Hiio, stlv. Direktor des estnischen Militärmuseums/des Museums des Generals Laidoner

19:05 – Kurzbeitrag „Landeswehr in der deutschen Geschichtsschreibung“ – Thomas Janke, Historiker, Pädagoge, Verwaltungswirt (FH)

19:35 – Gesprächsrunde: „Landeswehr in der damaligen und heutigen Auffassung” – Toomas Hiio und Thomas Janke

20:00 Get together und Buffet

Um Antwort wird gebeten:

embassy.berlin@mfa.ee oder Telefon 030-25460602.

Auf dem Foto die Landeswehr-Sieger:

Kapitän Karl Parts, 2. Panzerzugdivision; GenMaj Ernst Põdder, 3. Division; Stabschef OTL Nikolai Reek  (Foto: Historisches Museum).